Stabsstelle DV-Sicherheit der
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Meldung Nr: RUS-CERT-744

[Generic/zlib] Heap-Korrumpierung in der Dekompressionsroutine
(2002-03-12 08:51:02+00)

Quelle: http://www.gzip.org/zlib/advisory-2002-03-11.txt

In der Dekompressionsroutine der zlib-Bibliothek ist ein Programmierfehler enthalten, der zur Heap-Korrumpierung führen kann.

Betroffene Systeme

Programme, die wahrscheinlich zlib-Code enthalten, können mit dem Skript find-zlib des RUS-CERT ermitttelt werden.

Nicht betroffene Systeme

Auf Solaris ist z.B. die Standard-Implementierung ebenfalls nicht von diesem Problem betroffen, im System befinden sich aber etwa zehn verschiedene malloc()/free()-Implementierungen, so daß keine eindeutige Aussage möglich ist.

Einfallstor
Daten, die schließlich durch die zlib-Bibliothek verarbeitet werden, beispielsweise:

Auswirkung
Denial of Service, möglicherweise auch Ausführung beliebigen Programmcodes.

Typ der Verwundbarkeit
heap corruption bug

Gefahrenpotential
sehr hoch (wegen des Einsatzes von zlib in zahlreichen privilegierten Systemdiensten)
(Hinweise zur Einstufung des Gefahrenpotentials.)

Beschreibung
zlib ist eine Bibliothek zum Komprimieren und Dekomprimieren von Datenströmen. Bei der Dekompression wird unter Umständen ein Speicherblock doppelt freigegeben, was zur Korrumpierung des Heaps führt. Dadurch ensteht in vielen Diensten eine Denial of Service-Schwachstelle. Es ist gegenwärtig unklar, ob die Schwachstelle auch zur Ausführung beliebigen Programmcodes mit den Rechten des Dienstes mißbraucht werden kann.

Gegenmaßnahmen

Achtung: Statisch gelinkte Programme müssen neu gelinkt werden, nachdem die neue Version der zlib-Bibliothek installiert wurde. (Dies gilt insbesondere dann, wenn das Programm gegen eine mit diesem Programm gelieferte Kopie von zlib gelinkt wird; dabei muß die enthaltene Kopie durch Version 1.1.4 ersetzt werden, oder die Änderungen beim Aufruf von ZFREE müssen eingepflegt werden.)

Dynamisch gelinkte Programme müssen neu gestartet werden, da sie sonst mit dem alten, fehlerhaften Code weiterlaufen (kritisch z.B. bei OpenSSH).

Vulnerability ID

(fw)

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