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Meldung Nr: RUS-CERT-1147

[Generic/OpenSSH] Pufferüberlauf im OpenSSH-Server und -Client (Update)
(2003-09-17 08:28:04.131952+00)

Quelle: http://www.mindrot.org/pipermail/openssh-unix-announce/2003-September/000063.html

Mehrere Fehler in der Pufferverwaltung der OpenSSH-Programme sind entdeckt worden. Nicht alle diese Fehler wurden in OpenSSH 3.7 (vom 2003-09-16) behoben.

Betroffene Systeme

Nicht betroffene Systeme

Einfallstor
SSH-Verbindungen (Port 22/TCP)

Auswirkung
Wahrscheinlich Systemkompromittierung (bei erfolgreichem Angriff)

Typ der Verwundbarkeit
buffer overflow bug

Gefahrenpotential
sehr hoch (falls tatsächlich ausnutzbar)
(Hinweise zur Einstufung des Gefahrenpotentials.)

Beschreibung
In dem Code zur Pufferverwaltung ist ein Pufferüberlauffehler enthalten. Dieser Code wird sowohl vom SSH-Client, als auch vom SSH-Server verwendet.

Falls ein Puffer zu groß wird, wird das Programm abgebrochen, ohne daß ein neuer, größerer Speicherblock angefordert wird. Die Länge des Speicherblocks wurde allerdings schon vorher heraufgesetzt. Während des Programmabbruchs wird daher der betroffene Puffer über das Ende hinaus mit Nullen überschrieben (diese Maßnahme soll Datenlecks verhindern). Da nur Nullen in den Speicher geschrieben werden, der Angreifer somit keine Kontrolle über die geschriebenen Daten hat und das Programm bald beendet wird (so daß das Überschreiben von Variablen dem SSH-Dämon keine Authentifizierung vorgaukeln kann), erscheint es ziemlich unwahrscheinlich, daß die Schwachstelle tatsächlich ausgenutzt werden kann.

Update: Inzwischen sind weitere Stellen mit ähnlichen Fehlern entdeckt worden. Diese Fehler wurden durch das erste OpenSSH-Update (OpenSSH 3.7) nicht behoben. Die neuen Fehler sind etwa genauso kritisch wie die alten.

Allerdings ist SSH ein sehr kritischer Dienst, weswegen ein Update bzw. ein Patch trotzdem möglichst bald eingespielt werden sollte.

Der Fehler liegt in einem sehr alten Teil des OpenSSH-Codes. Er scheint noch von einer der alten, freien SSH-Versionen von Tatu Ylonen übernommen worden zu sein. Es besteht daher die Möglichkeit, daß weitere SSH-Implementierung (insbesondere solche für Protokoll 1) diesen Fehler ebenfalls enthalten.

Es existieren zahlreiche Gerüchte über Angriffsprogramme. Allerdings liegt keine Bestätigung aus glaubhafter Quelle vor. Auch dem OpenSSH-Team scheint kein Angriffsprogramm vorzuliegen.

Gegenmaßnahmen

Vulnerability ID

Revisionen dieser Meldung

(fw)

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