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Meldung Nr: RUS-CERT-839

[Generic/X11] Rastern von Schriften führt zu Denial of Service
(2002-06-11 15:40:18.092627+00) Druckversion


Das Rastern von Schriften kann zum Einfrieren des X-Servers führen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es zu X-Server- oder gar Systemabstürzen kommen.

Betroffene Systeme

  • Systeme, die X11-Server verwenden. Insbesondere XFree86 ohne Font-Server ist betroffen.

Einfallstor
Dokumente, die mit Programmen verarbeitet werden, die Schriftgrößen u.ä. direkt an den X-Server weitergeben. (Mozilla 1.0 gehört z.B. zu diesen Programmen.)

Auswirkung
Die X11-Umgebung friert für längere Zeit ein, der X-Server stürzt ab, oder es kommt zu Speicherknappheit (was bei GNU/Linux zu einem nicht vorhersagbaren Systemverhalten führt).

Typ der Verwundbarkeit
Denial of Service

Gefahrenpotential
niedrig bis mittel (falls das Rastern der Schriften über einen Web-Browser kontrolliert werden kann).
(Hinweise zur Einstufung des Gefahrenpotentials.)

Beschreibung
Schriften müssen vor der Darstellung auf dem Bildschirm gerastert werden, falls sie nicht als Bitmap in einer passenden Auflösung vorliegen. Dabei können zwei Effekte auftreten:

  • Das Rastern einer Schrift bzw. einer Vielzahl von Schriften ist sehr rechenintensiv, weshalb viel CPU-Zeit verbraucht wird.
  • Für sehr große Schriftgrößen wird sehr viel Speicher zum Ablegen der Bitmaps benötigt.
Das führt wiederum zu zwei unterschiedlichen Problemen:
  • Die X11-Oberfläche ist für einen längeren Zeitraum nicht verfügbar. Es ist nicht möglich, mit Anwendungen zu interagieren. Dies tritt insbesondere dann ein, falls der X-Server selbst die Schriften rastert, diese Tätigkeit also nicht an einen Font-Server delegiert wird.
  • Auf manchen Systemen (insbesondere GNU/Linux) kommt es zu erheblichen Problemen, falls der Speicher knapp wird. Häufig wird der X-Server beendet (was zu Datenverlust führen kann, wenn Anwendungen nicht vernünftig auf die wegfallende Verbindung zum X-Server reagieren), oder es werden sogar unbeteiligte System-Prozesse beendet, um mehr freien Speicher zu schaffen.
Es handelt sich hierbei um ein lang bekanntes Problem. Kritisch wird es vor allem dann, wenn Programme wie Web-Browser (aber auch andere textdarstellende Software, wobei die Gestaltung des Textes von Parametern aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle kontrolliert wird) Text nach externen Vorgaben darstellen.

Gegenmaßnahmen

  • Der Einsatz eines Font-Servers (wie xfs) kann die negativen Auswirkungen verringern, da das Rastern von Schriften in diesem Fall in einem separaten Prozeß vorgenommen wird und so die Arbeit des X-Servers weniger beeinträchtigt.
Es ist gegenwärtig nicht klar, ob Mechanismen im X-Server (insbesondere XFree86) eingeführt werden, die diese Problematik entschärfen, oder ob von den Anwendungsentwicklern erwartet wird, daß diese Plausibilitätsprüfungen für Schriftgrößen in ihre Software integrieren.

Weitere Information zu diesem Thema

(fw)

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