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SPAM und die Folgen

Einleitung: Was ist SPAM?

Spam – eigentlich ein Warenzeichen der US-amerikanischen Hormel Foods International Corp. für Frühstücksfleisch (“SPiced porc and hAM”) hat sich seit langer Zeit schon als Bezeichnung für unverlangte Werbe-E-Mail eingebürgert. Man ist sich nicht ganz sicher, ob der Begriff die Abkürzung für ‘Send Phenomenal Amounts of Mail’ ist oder schlicht die Abneigung zum Nahrungsmittel auch auf den elektronischen Müll ausweiten sollte.
Ganz gleich, für welche Erklärung man sich entscheidet, die unerwünschte Werbe-E-Mail stellt ein ernsthaftes Problem dar: das morgendliche Durchforsten des elektronischen Posteingangs nach sinnvollen Nachrichten gerät zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen, das übereifrige Löschen von Spam führt schonmal dazu, dass auch wichtige Nachrichten im Mülleimer landen… Täglich muß ein tendenziell größerer Teil der kostbaren
Arbeitszeit der Kehrwoche im Mailfolder geopfert werden. Das RUS-CERT beispielsweise erhält pro Tag mehrere tausend Werbemails…

Wie verhindere/reduziere ich SPAM?

Es gibt verschiedene Programme, die hauptsächlich heuristisch ermitteln, ob es sich bei einer einzelnen Mail um Spam handelt und markieren sie entsprechend oder verschieben diese Mail dann in spezielle Ordner. Die Fehlerraten dieser Programme hängen sehr stark davon ab, ob:

  • sie eine Menge von aktuellen erwünschten/unerwünschten E-Mails zur Voreinstellung zur Verfügung haben.
  • sie vom Benutzer fortlaufend angepasst werden.
  • Wie der Benutzer bei der Verbreitung seiner E-Mailadressen umgeht (siehe Was kann ich vorbeugend gegen SPAM tun?)

Was kann ich vorbeugend gegen SPAM tun?

Programme durchforsten automatisch das Web und andere öffentlich zugängliche Datenbanken, wie z. B. der Whois-Datenbanken der Network Information Centers (NICs) nach E-Mail-Adressen und stellen aus den gewonnenen Daten Sammlungen zusammen, die von Spammern als Empfängerlisten verwendet werden können. Oft werden diese Listen in SPAM-Nachrichten angepriesen.
Somit kann man durch sein eigenes Verhalten maßgeblich auf die Menge an SPAM Einfluss nehmen. Man sollte seine E-Mailadresse nicht beliebig im Netz verteilen, sondern sich bei jedem Eintrag auf einer Seite über die Risiken bewusst sein und ggf. eine spezielle Adresse verwenden, die lediglich für solche Fälle verwendet wird und die man wieder ablegt, wenn sie in zu vielen Adressammlungen von Spammern vorhanden ist. Wann das soweit ist, erkennt man leicht an der Anzahl der empfangenen SPAM-Nachrichten.

Wie beschwere ich mich richtig über SPAM?

Manchmal erscheint eine Nachricht von einer Einrichtung zu kommen, bei der man sich beschweren kann und sich die weitere Zustellung von unerwuenschten Werbenachrichten verbitten kann, wie z.B. der Universität Stuttgart. Oftmals ist der Absender aber mehr Schein als Sein, Spammer versuchen tunlichst, die Herkunft einer Nachricht zu verschleiern, um zu verhindern, dass technisch etwas gegen die Zustellung der Nachrichten unternommen wird. So wird auch häufig die Absenderadresse so gefälscht, dass sie aussieht, als käme die Nachricht von einem Server der Universität Stuttgart. Eine Beschwerde beim vermeintlichen Absender multipliziert aber eher den Schaden der durch SPAM entsteht, als dass sie nützt.

Zunächst sollte man sich sehr daher genau überlegen, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich zu beschweren, da die meisten Beschwerden, wie man oben gesehen hat, an die falschen Stellen geschickt werden und dort für Mehrarbeit sorgen bzw. eventuell ebenfalls als Spam behandelt und mit entsprechenden Konsequenzen verfolgt werden. Zudem benötigt man selbst verhältnismäßig viel Zeit im Vergleich zum Löschen von Spam, um eine Beschwerde so vorzubereiten, dass sie Aussicht auf Erfolg hat. Beschwerden sollten nur dann vorgenommen werden, wenn nach ausführlicher Analyse der Header feststeht, wer der wirkliche Absender oder zumindest wer es nicht ist UND weitere Gefahren von ihm ausgehen wie z.B. Virenversand. Leider sind nämlich E-Mail-Adressen trivial fälschbar und die Adresse, die im Absender steht ist fast nie der wirkliche Absender.

Eine automatisierte Beschwerde bei virenbefallenen Mails (wie es einige Antivirenprobramme bereits tun) bzw. bei als Spam eingestuften Mails ist stark kontraproduktiv, da die Verursacher mehrere 100.000 oder gar Millionen von E-Mails versenden und oftmals sogar selbst nur Opfer eines Virus geworden sind. Folglich entstehen bereits bei Beschwerden eines geringen Empfängeranteils gewaltige Kosten für die Ermittlung der oftmals gar nicht Verantwortlichen. Die dafür aufgewendete Zeit geht dann natürlich an anderer Stelle zu Lasten z.B. der Prävention.

Da selbst bei vielen gleich bzw. ähnlich lautenden SPAM-Mails meistens viele virusbefallene Rechner die Ursache sind, und der Einzelne nur selten mehrere Mails an eine Adresse verschickt, werden daraus resultierende Beschwerden oftmals nicht bearbeitet bzw. im Falle von automatisierten Beschwerden sogar eine Beschwerde an den eigenen Provider ausgelöst.

Sollte man dennoch eine Beschwerde in Betracht ziehen, sollte man sich unbedingt an die folgenden Punkte halten. Eine Beschwerde ist vor allem dann sinnvoll, wenn erkennbar ist, dass ein System offenbar zum Versenden von Mails mißbraucht wird.

  • Analysieren der Header auf Fälschungen (siehe Wie lese ich HEADER richtig?)
  • Mail an den Provider schreiben, dabei kurz angeben, was der Grund für die Beschwerde ist (Werbe-Spam/Virus…). Dadurch ist eine schnelle Bearbeitung erst möglich.
  • NICHT VERGESSEN, den Header mitzuschicken, da sonst keine Bearbeitung möglich ist. Ein Anforderung von Headern geschieht im Normalfall nicht, da dies nur sehr viel Arbeit beim Provider verursacht.
  • Nachfragen lohnt sich nicht! Nicht über eine evtl. längere Bearbeitungszeit oder eine ausbleibende Antwort wundern, da oftmals viele dieser Mails gleichzeitig bei einem Provider ankommen und eine individuelle Beantwortung wegen der hohen Last kaum möglich ist.

Fazit:

  • BEVOR man sich beschweren will, sollte einem der dadurch verursachte Aufwand im Vergleich zum Nutzen bewusst sein.
  • BEVOR man eine Beschwerde verschickt, sollte man sich sicher sein, den tatsächlichen Absender identifiziert zu haben.
  • BEVOR man sich beschwert, sollte man sich über die Erfolgsaussichten und den evtl. durch Beschwerden verursachten Schaden bei Irrtum im Klaren sein.
  • WENN man sich beschwert, sollte man unbedingt kurz und knapp die Gründe nennen, damit eine Einordnung/Weiterleitung möglich ist. Dabei das Mitsenden der (vollständigen) HEADER nicht vergessen!
  • NACH dem Absenden der Beschwerde diese einfach vergessen, da oftmals keine Antwort verschickt wird außer automatisierten Eingangsbestätigungen. Nicht nachfragen, da dies kaum zum erhofften Ziel führt.

Einige Produkte zur SPAM Erkennung:

Auch die meisten Virenscanner ermöglichen mittlerweile mehr oder weniger erfolgreich die Filterung von SPAM.

Weitere Artikel zum Thema SPAM:

Ausführliche Anleitung zum Lesen von Headern

Standard für das Mail-Protokoll SMTP:

Spambekämpfung an der Universität Stuttgart

Die Abteilung Netze und Kommunikationssysteme des Rechenzentrums Universität Stuttgart (RUS-NKS) bietet über das zentrale Mailrelay für die Universität einen Spammarkierungs- und Virenfilterdienst an. Das Rechenzentrum der Universität Stuttgart bietet seinen E-Mail Benutzern einen einfachen Weg Nachrichten, die das System nicht als Spam markiert oder fälschlich als Spam markiert hat, zu melden: SPAM Melden .